Beseitigung Bahnübergang Hailer-Meerholz – „Westspange bereits heute überlastet“

Beseitigung Bahnübergang Hailer-Meerholz – „Westspange bereits heute überlastet“

Gelnhausen (SPD/st). „Es geht darum, dass der leidige Bahnübergang zwischen Hailer und Meerholz endlich beseitigt wird und es neben den ohnehin schon eingetretenen zeitlichen Verzögerungen nicht noch zu weiteren Verzögerungen kommt. Das Projekt ist ein wichtiges Verkehrsinfrastrukturprojekt für die Stadtteile Hailer und Meerholz, auf das die Menschen seit Jahrzehnten warten“. Mit diesen Worten bezieht die SPD Gelnhausen klar Stellung zu den jüngsten Pressemitteilungen der Bürgerinitiative und der Bürger für Gelnhausen. „Diskussionen sind immer wichtig, aber wir wollen daran erinnern, dass nach gut einem Jahr der Planungsunterbrechung und einer sehr lebhaften Diskussion am 7. November 2018 eine finale Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung getroffen wurde. Und die Stadt Gelnhausen hat mit der breiten Mehrheit von SPD, CDU und FDP den Weg frei gemacht für den Bau einer Überführung“, so Fraktionsvorsitzender Ewald Desch und die Vorsitzende des SPD Ortsvereins Susanne Turlach. Jetzt gelte es die Planungen konsequent voranzubringen, damit – wie bereits durch den Main-Kinzig-Kreis angekündigt – im Frühjahr 2021 in das Planfeststellungsverfahren eingestiegen werden und somit Baurecht für das Verkehrsprojekt geschaffen werden kann.

Der SPD ist es wichtig, dass die Bürgerschaft umfangreich und sachlich informiert und auf Bedenken eingegangen wird. „Wir müssen deshalb auch immer und immer wieder erklären, warum eine Überführung notwendig ist, wenn der bestehende Bahnübergang geschlossen wird. Es geht darum, dass wir insgesamt einen besseren Verkehrsfluss für die Stadtteile Hailer und Meerholz hinbekommen“, machen die beiden Ortsvorsteher Klaus Brune (Meerholz) und Daniel Dieterich (Hailer) deutlich. Wie negativ sich eine Schließung des Bahnübergangs ohne vernünftige Alternative auswirke, machen die beiden Ortsvorsteher am Beispiel von Hochwasserereignissen im Bereich der heutigen K904 deutlich: „Wer sich die Verkehrssituation anschaut, wenn die K904 wegen Hochwassers gesperrt ist, erkennt: Der Verkehr durch Hailer und Meerholz wird eher mehr, weil alle nach Niedermittlau und auf die Westspange wollen.“ Was passiere, wenn der Bahnübergang dauerhaft, ohne den Bau einer Überführung geschlossen werde, könne sich jeder selbst ausmalen. Das sei die Realität vor der man nicht die Augen verschließen dürfe. „Und wenn hier immer wieder ins Feld geführt wird, dass die Verkehre in Richtung Westspange und Niedermittlau ausweichen, der vergisst, dass bereits heute schon die Westspange überbelastet ist“, so Daniel Dietrich und Klaus Brune weiter.

Eine vernünftige und leistungsfähige Querungsmöglichkeit im Bereich Hailer und Meerholz sei nicht nur für den Verkehrsfluss in Hailer und Meerholz selbst, sondern auch im Hinblick auf die beiden Stadtteile hinaus notwendig. „Wir können es menschlich absolut nachvollziehen, dass einzelne Bürgerinnen und Bürger, die vom Bau einer Überführung unmittelbar betroffen sind, gegen dieses Vorhaben mobil machen, aber wir müssen die Gesamtentwicklung in beiden Stadtteilen im Blick haben. Und dazu zählt eben auch, dass die beiden Stadtteile Meerholz und Hailer in den zurückliegenden Jahren stark gewachsen sind und es einer Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur bedarf“, ergänzen Ewald Desch und Susanne Turlach. Für die SPD ist ein Neustart der Planungen nach all den Jahren der Diskussion deshalb ein absolutes „NoGo“. „Gerade die jüngsten Informationen des Main-Kinzig-Kreises haben deutlich gemacht, dass wir ohnehin schon wertvolle Zeit verloren haben, die nicht wieder ganz aufgeholt werden kann und es zumindest vorübergehend zu einer Schließung des heutigen Bahnübergangs kommt“, so Susanne Turlach und Ewald Desch weiter.

Im Zusammenhang mit der aktuell wieder entstandenen Diskussion erinnern die Sozialdemokraten auch noch einmal daran, dass die Kosten für eine kleine Unterführung und die Herabstufung der K 904 zur Gemeindestraße bei der Stadt Gelnhausen und somit der Bürgerschaft hängen bleiben würden. „Auch das kann nicht im Interesse der Gesamtstadt und der Bürgerinnen und Bürger sein, zumal wir hier von Millionenbeträgen und den damit verbundenen Folgekosten sprechen“, führen Klaus Brune und Daniel Dietrich weiter aus.

Diesen Blick für das Ganze verstärkt auch Stadträtin Claudia Dorn: „Gerade durch den langen Planungszeitraum, unterschiedliche Beteiligte, die zeitweise Aussetzung des Verfahrens und die jetzige Wiederaufnahme der Planungen ist der Prozess insgesamt sehr komplex. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass durch die Gesamtmaßnahme Ausbau des dritten und vierten Gleises von Gelnhausen nach Hanau die beiden Stadtteile Hailer und Meerholz nachhaltig profitieren.“ Hier erinnert Claudia Dorn nicht nur an die Beseitigung des Bahnübergangs und den Bau der Überführung, sondern an die Herstellung der Barrierefreiheit des Bahnhofs, eine bessere Verkehrsanbindung an die Rhein-Main-Region und den Ausbau des Lärmschutzes im Bereich Hailer und Meerholz. „Wir reden hier von einem Gesamtpaket, das für unsere beiden Stadtteile von großer Bedeutung ist und es wäre fatal, wenn wir im Hinblick auf den Bau einer Überführung wieder alles auf null setzen und uns um Jahre zurückwerfen würden“, so Claudia Dorn für die SPD abschließend. 

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