SPESSARTregional blickt auf 25 Jahre gemeinsame Arbeit zurück: „Viel erreicht für die Region“

SPESSARTregional blickt auf 25 Jahre gemeinsame Arbeit zurück: „Viel erreicht für die Region“

Bad Orb / Main-Kinzig (SR). Auch wenn das geplante große Fest aufgrund der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben werden musste – ganz ohne Würdigung wollte der Verband SPESSARTregional sein Jubiläumsjahr nicht verstreichen lassen. So schlossen die Mitglieder an ihre jüngste Sitzung im Gartensaal von Bad Orb eine kleine Feierstunde an und blickten auf 25 Jahre gemeinsames Engagement zurück.

Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, selbst Mitglied des Vorstands, brachte es bei ihrer Gratulation auf den Punkt: „Wir haben gemeinsam viel für die Region erreicht, um das uns andere Regionen beneiden.“ Hinter dem gemeinsamen Engagement steht ein gut funktionierendes Netzwerk. Dies unterstrich auch Bürgermeister Rainer Schreiber, seit zwei Jahren Vorsitzender des Verbandes. „Die tolle Mischung der Netzwerkpartner hat viele Projekte möglich gemacht.“ Und dieses Netzwerk ist über die Jahre stetig gewachsen, um weitere Partner wie auch in der Intensität der Zusammenarbeit. Im November 1995 gründeten Main-Kinzig-Kreis, zwölf Kommunen des Ostkreises und verschiedene WiSo-Partner – darunter Naturpark Hessischer Spessart, IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Kreishandwerkerschaft, Kreisbauernverband Main-Kinzig, Bezirkslandfrauen und Naturlandstiftung, um nur einige zu nennen – den Verband SPESSARTregional. Ihr gemeinsames Ziel: den hessischen Spessart als Lebens- und Arbeitsraum stärken. 2014 traten noch die Gemeinden Birstein und Brachttal bei und komplettierten die Gebietskulisse im Ostkreis. Weiterhin konnten zahlreiche neue WiSo-Partner für das Netzwerk gewonnen werden. Heute zählt der Verband 41 engagierte Mitstreiter der regionalen Entwicklung. Jüngstes Mitglied im Bunde: das Forstamt Jossgrund.

Den entscheidenden Impuls für die gemeinsame Arbeit gab 2008 das europäische LEADER-Programm, berichtet Thomas Dickert, Gründungsmitglied, langjähriger Wegbegleiter und Geschäftsführer bei SPESSARTregional. „Das Förderprogramm gab uns nicht nur die notwendige finanzielle Ausstattung, sondern auch den konzeptionellen Rahmen für unsere Arbeit.“ Mit LEADER fördern EU und Bundesländer ländliche Regionen in ihrer eigenständigen Entwicklung. Für die Bewerbung als LEADER-Region strickten die Akteure gemeinsam ein Regionales Entwicklungskonzept. Mit Erfolg. Ihr Konzept unter dem Motto „SPESSARTregional – die starke Brücke zwischen der Metropolregion und den ländlichen Raum“, brachte ihnen 2008 die Anerkennung als LEADER-Region und ein hauptamtliches Regionalmanagement ein.

„Damit nahm die Arbeit unseres Verbandes Fahrt auf“, erinnert sich Thomas Dickert. Es folgten zahlreiche Projekte, mit denen das Regionale Entwicklungskonzept in seinen verschiedenen Handlungsfeldern umgesetzt wurde: von der Stärkung des Tourismus, des Wohn- und Lebensraumes, aber auch der Mobilität. In beiden Förderperioden – 2014 erhielt SPESSARTregional ein weiteres Mal die Anerkennung als LEADER-Region – konnten insgesamt 95 Projekte gefördert werden. Das reicht vom Spessartbogen und einem gut ausgebauten Mountainbike-Wegenetz bis zur Ausgestaltung des Brüder Grimm-Hauses und des Museums in Gelnhausen bis hin zu einer Vielzahl von Aktivitäten zur Förderung der regionalen Produkte. Auch die Weiterentwicklung der Kurorte konnte mit Projekten unterstützt werden. In Sachen Daseinsvorsorge nahm man die Dorfläden in den Blick und setzte Akzente in den Aufbau eines Dorfladen-Erzeugernetzwerkes. Doch auch künstlerische Projekte wie ein regionaler Songcontest „Ein Lied für den Spessart“, das SpessartTheater hautnah oder die Förderung der Willkommenskultur standen auf der Agenda.

Die Region nutzte zudem andere Förderprogramme, um die gesteckten Ziele zu erreichen. So nahm SPESSARTregional an fünf Modellvorhaben des Bundes teil. Darunter das Aktionsprogramm Regionale Daseinsvorsorge, mit dem sich SPESSARTregional wichtigen Fragen der Grundversorgung vor Ort stellte, Analysen durchführte und Strategien zur Sicherung der Daseinsvorsorge entwickelte. Oder das Modellvorhaben „Vitale Treffpunkte“. Hierbei standen die Dorfgemeinschaftshäuser in den Gemeinden Birstein und Brachttal im Blickpunkt, für die nach umfänglichen Betrachtungen ihrer Wirtschaftlichkeit, Kosten und Auslastung neue Ideen für eine zukünftige Nutzung entwickelt wurden. Daran nahm auch Birsteins Altbürgermeister Wolfgang Gottlieb teil, der im Rahmen der Feierstunde verabschiedet wurde. Weiterhin schloss SPESSARTregional über das Interreg-Programm verschiedene transnationale Kooperationen. Gemeinsam mit Partnern aus der Region und anderen europäischen Ländern baute der Verband beispielsweise regionale Wertschöpfungsketten auf, um die Lebensmittelverschwendung zu verringern oder schuf Strukturen, um regional erzeugte Lebensmittel zu vermarkten.

Aber auch ganz ohne öffentliche Förderung konnten Projekte und Initiativen wie die Regionale Geschmacksvielfalt oder Grünland Spessart auf den Weg gebracht werden. Neueste Fördermöglichkeit ist das Regionalbudget, das seit letztem Jahr vom Hessischen Umweltministerium zur Verfügung gestellt wird. 33 Kleinprojekte erhielten bislang eine Förderung aus diesem Budget. Damit brachte SPESSARTregional seit 2008 insgesamt 141 Projekte in der Region auf den Weg. 5,4 Millionen Euro Fördermittel aus sechs verschiedenen Förderprogrammen wurden dabei umgesetzt. 13,3 Millionen Euro Investitionsvolumen sind mit LEADER- und Regionalbudget-Projekten verbunden.

„Ich hoffe, dass wir mit unserem tollen Team und mit der Unterstützung aller Partner auch in den nächsten Jahren Gutes für die Region bewirken können“, sagt Geschäftsführer Thomas Dickert mit Blick in die Zukunft.

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