Historisches Instrument in historischer Barbarossastadt – Schnupperkurs Drehleier

Historisches Instrument in historischer Barbarossastadt – Schnupperkurs Drehleier

Main-Kinzig (hw). Am Samstag, 12. September, bietet die Musikschule Main-Kinzig Gelnhausen in Verbindung mit dem Musikinstrumentenmuseum Lißberg, von 15 bis 18 Uhr einen Schnupperkurs für das historische Instrument Drehleier in Gelnhausen an. Referent wird Kurt Racky, Pfarrer i.R. und Kirchenmusiker, Leiter des Bonifatius-Ensembles Lißberg und Vorsitzender des Fördervereins Musikinstrumentenmuseums Lißberg sein.

Der Schnupperkurs soll in drei Einheiten von je einer Stunde (mit kurzen Pausen dazwischen) einführen in den Aufbau und die Handhabung, die Einrichtung und das Stimmen des Instruments, die Grundlagen des einfachen Melodiespiels mit der linken Hand und die Grundlagen der Schlagtechnik mit der rechten Hand. Besondere musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Spielen einer einfachen Melodie sollte auch für musikalische Anfänger nach dem Schnupperkurs möglich sein.

Die Teilnehmergebühr beträgt 25,- Euro. Eine Drehleier kann gegen eine weitere Gebühr von 25,- Euro zur Verfügung gestellt werden. Eine eigene mitzubringende Drehleier sollte spielbar sein, um nicht zu viel Zeit im Kurs zu verlieren.

Eine formlose Anmeldung erfolgt bei der Musikschule Main-Kinzig / Gelnhausen unter der Telefonnummer 06051 14015 oder der Mailadresse info@mkk-musik.de. Hier sind weiter Informationen, nicht zuletzt auch die zugrunde gelegten Hygienemaßnahmen, wegen denen die Teilnehmerzahl sehr eingegrenzt sein wird, zu erhalten. Unter den gegebenen Umständen ist die Teilnehmerzahl streng begrenzt.

Bei weitergehendem Interesse am Drehleierspiel kann auf feste Drehleierkurse verwiesen werden, die in der Nähe z.B. zweimal jährlich – im Mai und September – in Ortenberg-Lißberg, Wetteraukreis, stattfinden. Dort gibt es Kurse in allen Schwierigkeitsgraden von Anfänger- bis Meisterklasse und zu speziellen musikalischen Themen.

Der Schnupperkurs findet statt in den Räumlichkeiten der Musikschule Main-Kinzig, Altenhaßlauer Str. 21, in Gelnhausen (ehem. C + C Scharf-Gebäude).


Weitere Informationen:

Da Drehleiern in kleinen Serien und in Handarbeit hergestellt werden, sind sie nicht gerade billig. Konzertdrehleiern mit allem Schnickschnack können so teuer sein, wie ein Klavier. Nachbauten einfacher Bauernleiern etc. gibt es aber auch schon unter tausend Euro. Damit Interessierte keine Drehleier kaufen müssen, solange sie noch gar nicht wissen, ob es wirklich „ihr Instrument“ ist, werden zum Schnupperkurs Leihleiern aus der Werkstatt von Kurt Reichmann zur Verfügung gestellt. Das begrenzt allerdings die Teilnehmerzahl auf 5 bis 8 Leute. Dafür kann man sich dem/der Einzelnen auch besser individuell widmen.

Das Instrument Drehleier kann sehr vielfältig sein! Von der Mittelalterszene über historische Musikpraxis aller Stilrichtungen (Renaissance, Barock, Klassik, Romantik) bis zu Folk und Jazz und moderner Musik, immer setzt die Drehleier optische und akustische Akzente, ist sie doch erst in den letzten Jahrzehnten durch den Frankfurter Kurt Reichmann wiederbelebt worden, nachdem sie fast ausgestorben war. Dadurch hat sie immer noch den Reiz des Besonderen, verstärkt noch durch den charakteristischen Klang, der an Dudelsack erinnert. Das ist kein Zufall, denn beide Instrumente benutzen den Bordun, d.h. den permanent mitlaufenden Grundton als Begleitung zur jeweiligen Melodie.

Im Prinzip ist die Drehleier eine Art „mechanisierte Geige“: Was bei der Geige die linke Hand abgreift – und was sauber zu hören lange geübt werden muss – geschieht bei der Drehleier über eine Tastatur mit justierbaren Fähnchen, die die Saiten abgreifen. Man spielt also von Anfang an saubere Töne. Die rechte Hand, die bei der Geige den Bogen bedient, kurbelt stattdessen ein drehendes Rad, quasi einen „endlosen Bogen“, der weder Aufstrich, noch Abstrich braucht, daher eben auch das Sprichwort von der „ewig selben Leier“.
Hinzu kommt weiterhin, dass die Drehleier – was der Dudelsack nicht hat – eine Art eingebautes Rhythmusgerät besitzt! Man kann nämlich über eine spezielle, beweglich installierte Saite durch Schlagimpulse mit der Hand während des Kurbelns schnarrende Rhythmen erzeugen, die das Instrument auch besonders für Tanzmusik geeignet machen.

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