Corona: Quarantäne für Asylbewerberunterkunft angeordnet

Corona: Quarantäne für Asylbewerberunterkunft angeordnet

Main-Kinzig (MKK/fw). Das Gesundheitsamt hat am Freitag eine Asylbewerberunterkunft in Maintal unter Quarantäne gestellt. Vorausgegangen waren zwei positive Laborergebnisse von Bewohnern der Einrichtung. Nach ersten Erkenntnissen des Gesundheitsamts könnten sich die zwei Personen unabhängig voneinander mit dem Coronavirus infiziert haben, das befindet sich derzeit aber noch in Abklärung. Vorsorglich werden nun alle rund 100 Bewohner häuslich isoliert. Vor Ort wurden bereits am Freitag weitere Testungen vorgenommen.

In einer gemeinsamen Sitzung mit Teilen des Verwaltungsstabs des Main-Kinzig-Kreises sowie der Stadt Maintal um Bürgermeisterin Monika Böttcher erläuterte das Gesundheitsamt das weitere Vorgehen. Die besondere Situation der Asylbewerber vor Ort berücksichtige man, dennoch sei die Quarantäne-Maßnahme notwendig, um eine Ausbreitung nach Möglichkeit einzudämmen.

„Wir haben insbesondere mit der Stadt Maintal die Versorgungssituation der Menschen erörtert, die kurzfristig für einige Tage anderweitig sichergestellt werden muss, sowie die räumliche Trennung der Bewohner. Die Einschränkungen müssen zudem vor Ort verständlich vermittelt werden. Das schaffen wir nur gemeinsam und ich danke der Stadt Maintal, dass sie sich hier mit großer Kraft einbringt“, erklärt Gesundheitsdezernentin Susanne Simmler.

Am Sonntag hatte es einen ersten Fall in der Asylbewerberunterkunft gegeben. Das Gesundheitsamt hatte die Person in den Räumlichkeiten isoliert, ebenso die ermittelten Kontaktpersonen, die in dieser Woche durch eine mobile Testeinrichtung der Kassenärztlichen Vereinigung vor Ort einen Coronavirus-Test erhalten haben. Die Ergebnisse liegen dem Kreis noch nicht vor. Der zweite Covid-Fall zählte nicht zu diesem Personenkreis und hatte nach eigenen Angaben auch keinen Kontakt zum ersten.

Die Quarantäne sei wie in vergleichbaren Situationen in anderen Einrichtungen auch eine Vorsichtsmaßnahme, teilt der Main-Kinzig-Kreis mit. Mit der Quarantäne wird Besuchern der Zutritt zu der Einrichtung untersagt, zudem ist der Bewegungsradius für die Betroffenen eingeschränkt.

„Aufgrund der noch ausstehenden Laborergebnisse haben wir heute keine Kenntnis darüber, ob noch weitere Bewohner unserer Einrichtung betroffen sind und falls ja, wie viele. Deshalb begrüße ich diese präventive Maßnahme ausdrücklich, denn Menschen vor einer Infektion zu schützen, hat Vorrang“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher und bedankt sich bei den Verantwortlichen im Main-Kinzig-Kreise für die engmaschige Zusammenarbeit.

Am Freitag hat das Gesundheitsamt neben dem laborbestätigten Fall aus Maintal keine weiteren Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl aller Fälle seit März liegt damit bei 761. Zieht man davon die 589 als genesen eingestuften und 46 verstorbenen Personen ab, so sind aktuell noch 126 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Stationär behandelt werden fünf Personen.

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