Jugendbegegnung in Indien August 2021 – Indien sehen, schmecken und fühlen!

Jugendbegegnung in Indien August 2021 – Indien sehen, schmecken und fühlen!

Fulda / Hessen (cn). Für Menschen ab 18 Jahren bietet die Kolpingjugend im Bistum Fulda in Kooperation mit Kolping International und dem BDKJ Fulda im August 2021 eine Begegnungsreise nach Indien an. Die Reisenden haben die Möglichkeit, die Arbeit von Kolping in Indien und die indische Lebensrealität der Menschen kennen zu lernen. Es erwartet sie ein beeindruckender Perspektivwechsel, der neue Blicke öffnet sowie eine fremde Kultur tiefer Spiritualität. Bewegende Begegnungen werden bleibende Eindrücke hinterlassen.

MM: Alexander, du bist als geistliche Begleitung bei dieser Reise dabei. Warum ist es Dir wichtig, die Reisegruppe spirituell zu begleiten?

AB: Ich selbst war zwar noch nie in Indien, aber ich gehe fest davon aus, dass wir vor einer Reise mit außergewöhnlichen Erfahrungen und tiefen Eindrücken stehen. Wenn wir dem Christentum in einer ganz anderen Kultur begegnen, dann stehen wir sicher nicht nur vor Verständigungsproblemen, was die Sprache an geht, sondern auch unser oft vertrauter katholischer Glaube wird uns in einem ganz anderen Erscheinungsbild begegnen. Da werden ganz sicher verschiedenste Fragen aufkommen und bestimmt auch mitteleuropäische Konventionen in Frage gestellt. Deswegen sehe ich in der geistlichen Begleitung der Fahrt ein Angebot, geistlich zu wachsen. Ich möchte helfen, dass wir gemeinsam Antwort auf die Fragen finden: Was bedeuten diese Erfahrungen für meinen Glauben und für meine Engagement in Zukunft? Was kann / muss sich bei mir verändern?

AB: Es ist ein gemeinsamer Arbeitseinsatz vor Ort in einem Kolpingprojekt geplant, wo richtig angepackt wird. Was ist der Unterschied, selbst in einem Projekt mitzuarbeiten oder sich nur darüber zu informieren?

MM: Wer sich informiert, bleibt oft in der Rolle des Zuschauens, wer mitarbeitet, wechselt die Seite und wird selbst Akteur. Gerade in der Jugendarbeit ist das eine sehr wertvolle Erfahrung. Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ ist ein herausragendes Beispiel dafür. Immer wieder erlebe ich das als Jugendpfarrer: Engagierte junge Christen wollen diese Welt gestalten und verändern. Da drückt sich der missionarische und manchmal auch der prophetische Geist der Jugend aus.

AB: Internationale Partnerschaft leben wir auf Augenhöhe. „Wer in eine andere Kultur eintaucht und sich fremde Menschen zu Freunden macht, wird auch in Zukunft verantwortlich handeln.“ Warum ist solidarisches Handeln so wichtig?

MM: Der Wunsch und gleichzeitig die Schwierigkeiten, die der Ruf nach Solidarität mit sich bringt, begegnet Jugendlichen täglich: Ob europäische Flüchtlingspolitik oder Aktionen wie „Fridays for Future“. Wie vermutlich kaum eine Generation vor ihnen, erleben sich Jugendlichen heute als Weltgemeinschaft. Sie sind schon durch Reisen, Austauschprogramm oder den Weltjugendtag weltweit vernetzt. Solidarität ist für sie dann kein „nice to have“ sondern ein wesentlicher Faktor. In der Erfahrung, dass meine Solidarität das Leben anderer konkret zum Bessern verändert hat, kann der Schlüssel liegen, viele weitere auch größere Herausforderungen im Leben mutig anzugehen.

AB: Genug Zeit nehmen wir uns für Begegnungen mit Menschen, ausführliche Gespräche und Austausch, um voneinander zu lernen und zu profitieren; gemeinsam Abenteuer erleben und lachen können. Was können wir von der indischen Kultur lernen?

MM: O, da bin ich selbst sehr gespannt und neugierig! Ich war ja noch nie dort. Ich vermute, dass wir einige sehr selbstverständliche Ansprüche des alltäglichen Lebens beiseitelegen müssen. Das ist aber keinesfalls negativ gemeint. Denn gleichzeitig weiß ich von Weltjugendtagen nahe den Favelas von Sao Paolo (Brasilien) oder den Dschungel-Dörfern Panamas ohne Strom, dass diese Erfahrungen unheimlich bereichernd sind. Viele Schwestern und Priester aus Indien versprühen hier bei uns viel Freundlichkeit und Herzlichkeit. Darauf freue ich mich besonders.

AB: Das Ende der Reise bietet ein Erholungsprogramm mit Abenteuern der Kulturen und atemberaubenden Landschaften eines ursprünglichen Indiens. Unsere Freunde in Indien laden ein, eine Kultur fernab gängiger Routen und jenseits des Tourismus zu entdecken. Geheimtipps zu authentischen Orten machen diese Reise einzigartig. Viele junge Leute reisen heutzutage auf eigene Faust rund um den Globus. Warum sollten sie sich gerade dieser Reise anschließen?

MM: Wir profitieren bei dieser Reise natürlich vom Knowhow von Kolping International. Langjährige Beziehungen, die durch Projekte und Besuche gewachsen sind, und viel Expertise erleichtern die Planungen und nehmen uns manche Sorge bei einer so weiten Reise. Wir stehen natürlich auch für eine gute Vorbereitung aller Teilnehmenden. Denn es ist uns wichtig, dass wir als vertraute Gruppe Erfahrungen teilen und geistlich reflektieren können. Damit wird die Fahrt nicht nur den caritativen Aspekt beim Besuch von Förderprojekten auf Augenhöhe haben. Genau so soll es eine erlebnisreiche Zeit werden, die unsere Lebenserfahrung, kulturelle Kompetenz und nicht zuletzt unseren Glauben bereichert.

AB: Warum ist eine gute Reisevorbereitung für das Gelingen der Begegnungsreise entscheidend und verpflichtend? Im zweiten Quartal 2021 findet ja auch noch ein weiteres Vorbereitungsseminar statt.

MM: In diesem Punkt waren wir uns schnell einig: Wenn wir auch vieles planen können, wir haben nicht alles in der Hand. Eine gute Vorbereitung heißt für mich, dass alle notwendigen Information ankommen und auch ganz praktischen Fragen wie z. B. Impfungen persönlich beantwortet werden können. Durch die Weltjugendtage haben wir beispielsweise einen großen Erfahrungsschatz in der Jugendpastoral unsers Bistums, den ich für die Vorbereitung gerne zu Verfügung stelle. Dazu zählt auch um kulturelle Eigenheiten zu wissen und typische Herausforderungen zu kennen. All das kann den Stress vor Ort verringern. Aber auch sich in der Gruppe vertraut und sicher zu fühlen, ist immer ein wesentlicher Bestandteil gelingender Fahrten. Deswegen ist uns die intensive Vorbereitung so wichtig.

AB: Richtet sich diese Reise nur an Jugendliche ab 18 Jahren oder können auch interessierte Erwachsene mitfahren?

MM: Die Initiative für diese Reise ging klar von der Diözesanleitung der Kolpingjugend aus, denn im Hintergrund steht die für mich beindruckende Sozialaktion „Oskar hilft“. Daher sehe ich als perfekte Zielgruppe engagierte Verbandler/innen und junge Erwachsene, die sich mit dem Profil unseres Angebotes gut identifizieren. Ich bin überzeugt, dass unser Fahrtangebot wertvoll und unvergessliche Impulse für das persönliche wie auch verbandliche Engagement geben wird.

AB: Möchtest Du interessierten Jugendlichen noch persönlich etwas mit auf den Weg geben?

MM: Diese Fahrt ist wahrscheinlich für längere Zeit ein einmaliges Angebot. Wer Indien so persönlich und das Engagement von Kolping in einer Gruppe kennenlernen will, ist hier richtig. Zögert nicht lange – meldet euch an und fahrt mit!

Das Gespräch mit Jugendpfarrer Alexander Best (AB) führte Melanie Möller MM). Redaktionelle Überarbeitung Christina Nophut.

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