Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt
- In ihren Beiträgen beleuchteten sie die Geschichte des Hauses, die Entstehung der Figurengruppe und die Bedeutung von Hotels für Hanau und die regionale Wirtschaft.
- Nach ihrer Reise von der Vergangenheit in die Zukunft sind „Die Reisenden“ nun am Heumarkt angekommen und laden Passantinnen und Passanten ein, sich zu ihnen zu setzen und einen Augenblick zu verweilen.
Zum 400-jährigen Jubiläum erhält das „Hotel Zum Riesen“ in Hanau weibliche Gesellschaft – redaktioneller Hinweis: Unbezahlte Werbung.
Hanau (hdk). Der Riese ist längst da: Von der Fassade des „Hotels Zum Riesen“ blickt er auf den Heumarkt. Vor dem Haus hat Ludwig Emil Grimm Platz genommen. Beide Skulpturen sind eng mit der Geschichte des Hotels verbunden. Die Herren waren also schon gut vertreten. Zum 400-jährigen Jubiläum wurde es höchste Zeit, dass auch die Frauen ankommen: Nun wurde vor rund 120 Gästen die neue Bronzegruppe „Die Reisenden“ an der Ecke Krämerstraße/Heumarkt enthüllt.

Grußworte hielten Isabelle Hemsley, …
… die künftige Bürgermeisterin der Stadt Hanau, Claudia Borowski, Stadtverordnetenvorsteherin, der Hanauer Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig sowie Gunther Quidde, Geschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. In ihren Beiträgen beleuchteten sie die Geschichte des Hauses, die Entstehung der Figurengruppe und die Bedeutung von Hotels für Hanau und die regionale Wirtschaft.
Gestaltet wurde die Figurengruppe vom Hanauer Künstler Joerg Eyfferth. Initiiert, in Auftrag gegeben und finanziert wurde sie vom Eigentümerpaar des Hotels, Dr. Ritva Knof und Dr. Wolfgang Knof.
Die eine Reisende trägt ein „Handbuch für Reisende“ …
… unter dem Arm, die andere hält ein Smartphone in der Hand. Der Koffer verbindet beide auf ihrer gemeinsamen Reise von der Vergangenheit in die Zukunft.
Das Reisehandbuch gab es tatsächlich: Es erschien 1809 in Paris und Leipzig. Darin empfahl Madame de Genlis den Reisenden für Hanau denkbar knapp: „Gut Quartier … im Riesen.“ Vier Wörter. Keine Sterne, kein WLAN, keine Kommentarspalte, aber eine klare Empfehlung. Die Frage ist bis in die Gegenwart dieselbe geblieben: Wo finde ich ein gutes Quartier?
Eine weitere Frauengeschichte führt zum 16. Dezember 1812.
Napoleon kehrte auf der eiligen Rückreise aus dem gescheiterten Russlandfeldzug im Riesen ein. Frau Ebermeyer servierte ihm Solber, Sauerkraut und Kartoffelbrei. Das soll ihm so gut geschmeckt haben, dass er ihr die Erfüllung eines Wunsches anbot. Der Überlieferung nach antwortete sie: „Sire! Ich lebe in Verhältnissen, welche mich auf Euer Majestät hohe Gnade verzichten lassen können!“ Kurz gesagt: Danke, Majestät, ich komme allein zurecht. Das dürfte eine der souveränsten Antworten sein, die jemals in einem Hotel gegeben wurden. Ob jedes Wort genauso gefallen ist, wissen wir nicht. Bewahrt hat sich aber eine bemerkenswerte Haltung: Gastfreundschaft ja, Unterwürfigkeit nein.
Auch Elise Repp, die Urgroßmutter von Dr. Wolfgang Knof, prägte die Geschichte des Hotels. In der Bombennacht vom 19. März 1945 überlebte sie nur dank des beherzten Eingreifens von Emmi Noll. Kaum vier Wochen später stellte Elise Repp bereits den Antrag auf Wiederaufbau. „Während andere noch Trümmer sahen, sah sie schon wieder ein Hotel“, sagte Ritva Knof. Das ist Zukunftsmut in seiner praktischsten Form.
Die neuen Figuren sind keine Porträts einzelner historischer Frauen.
Sie machen jedoch sichtbar, welchen Anteil Frauen an der Geschichte des Hauses hatten, und stehen zugleich für die vielen Gäste, die über vier Jahrhunderte im Riesen Quartier fanden. Aus Fußnoten werden Figuren, aus der Geschichte wird ein neuer Treffpunkt im Stadtbild.
Nach ihrer Reise von der Vergangenheit in die Zukunft sind „Die Reisenden“ nun am Heumarkt angekommen und laden Passantinnen und Passanten ein, sich zu ihnen zu setzen und einen Augenblick zu verweilen.
Zum Bild: Hintergrund: von links. Isabel Hemsley (Bürgermeisterin) , Pascal Reddig (Bundestagsabgeordenter), Dr. Wolfgang Knof, Dr. Gunther Quidde (Geschäftsführer IHK, Hanau-Gelnh.-Schlüchtern), Claudia Borowski (Stadtverordnetenvorsteherin), Vordergrund: Dr. Ritva Knof / Pressetext





