Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt
- Nach aufwändigen Planungs- und Vorarbeiten ist die Sanierung der Gelnhäuser Stadthalle mit der Schadstoffsanierung und dem Rückbau nicht mehr benötigter Bauteile im August in die praktische Bauphase gestartet.
- Er soll künftig die Andienung der Bühne erleichtern und den Transport von Veranstaltungstechnik und Inventar zwischen Lager im Keller, Saal und Außenbereich vereinfachen.
Schadstoffsanierung und Rückbau laufen – weitere Arbeiten beginnen in Kürze – Endgültige Baugenehmigung erteilt.
Gelnhausen (GN/ewe). Container vor dem Gebäude, Bauzäune und deutliche Veränderungen im Inneren: Nach aufwändigen Planungs- und Vorarbeiten ist die Sanierung der Gelnhäuser Stadthalle mit der Schadstoffsanierung und dem Rückbau nicht mehr benötigter Bauteile im August in die praktische Bauphase gestartet. Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) sagt: „Viele wichtige Arbeiten sind bislang im Hintergrund erfolgt. Umso mehr freut es mich, dass die Bürgerinnen und Bürger nun bald auch sichtbare Fortschritte sehen können.“
Wo früher gekegelt wurde, stapeln sich heute Bretter und abmontierte Bauteile.
Im Foyer hängen Kabel von den geöffneten Decken, in der großen Halle ist das Eichenparkett unter einer Schutzabdeckung verschwunden. Als Bürgermeister Christian Litzinger durch die Gelnhäuser Stadthalle geht, wird schnell deutlich: Hier hat sich bereits einiges getan – und nun geht es richtig los.
Die vorbereitenden Arbeiten, darunter die Baugrunduntersuchungen für den geplanten Lastenaufzug, hatten bereits Ende 2025 begonnen. Anfang des Jahres wurde die Halle vollständig leergeräumt. Seit August ist nun ein Frankfurter Fachunternehmen mit der Schadstoffsanierung und dem Rückbau nicht mehr benötigter Elemente beschäftigt.
Schadstoffe werden fachgerecht entfernt
Dabei geht es vor allem um künstliches Mineralfasermaterial in Wand- und Deckendämmungen, Lüftungskanal- und Rohrisolierungen sowie um schadstoffbelastete Materialien aus früheren Bauzeiten. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, wurden im Gussasphaltaufbau des Kellergeschosses festgestellt. PCB-belastete Materialien fanden sich in Elektrobauteilen und Kondensatoren. Erfreulich: „Asbest wurde nur in geringem Umfang vorgefunden, etwa an einzelnen Brandschutzklappen, Brandschutztüren und in den Dichtungen bzw. Ventilen der Rippenheizkörper“, berichtet Projektleiter Peter Hartmannsberger vom städtischen Bauamt.
Im Nachgang zur Schadstoffentsorgung entfernt das beauftragte Fachunternehmen abgängige Bauteile, auch solche die für das neue Nutzungskonzept nicht mehr benötigt werden. Dazu gehören unter anderem die Sanitärobjekte, WC-Trennwände, alte Boden- und Wandbeläge, Deckenbekleidungen, Innentüren, die frühere Kegelbahn sowie die gemauerte Theke auf der Empore.
Bewusst erhalten bleibt dagegen der Eichenparkettboden in der großen Halle.
Er wurde sorgfältig abgedeckt und bleibt während der gesamten Bauzeit geschützt. „Wo wir gute Substanz erhalten können, tun wir das“, betont Bürgermeister Christian Litzinger. Und das muss nicht zwangsläufig in der Halle selbst sein. So hat die Stadt zwei frühere Theken ausgebaut und diese Gelnhäuser Vereinen zur Verfügung gestellt. Gleiches gilt für die technische Ausstattung aus dem Kühlbereich. Rückbau und Schadstoffsanierung sollen bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein.
Viele Arbeiten laufen parallel
Und während in der Halle gesägt, gebohrt und abgesaugt wird, bereiten Rathaus und Planer schon die nächsten Schritte vor. „Aktuell laufen die Ausschreibungen für die nachfolgenden Gewerke“, sagt Peter Hartmannsberger. Einige Aufträge sind bereits vergeben worden. Aufgrund der Größe des Projekts müssen die Leistungen europaweit ausgeschrieben werden. Dabei hat sich die Stadt Unterstützung von einer Frankfurter Wirtschaftskanzlei geholt. Unter der zentralen Leitung eines Generalplaners arbeiten acht Fachingenieurbüros gemeinsam an dem Sanierungsobjekt.
Als Generalplaner hatte sich das Gelnhäuser Büro hkr.architekten durchgesetzt, ebenfalls in einer EU-weiten Ausschreibung. „Ein solches Verfahren ist zwar zeitintensiv, sichert aber Qualität und Rechtssicherheit“, sagt Hartmannsberger. „Wir profitieren deutlich von der Arbeit mit einem Generalplaner, vor allem von einem, der das Gebäude und die örtlichen Gegebenheiten gut kennt.“ Denn das Büro war bereits für die ersten Untersuchungen nach der Schließung der Stadthalle im Sommer 2019 zuständig und hat darauf aufbauend die konkreten Pläne für die Sanierung entwickelt.
Endgültige Baugenehmigung liegt vor
Und für deren Umsetzung liegt mittlerweile eine weitere wichtige Voraussetzung vor: So hat der Main-Kinzig-Kreis der Stadt vor wenigen Wochen die endgültige Baugenehmigung erteilt. Bislang waren die Vorarbeiten aufgrund einer vorläufigen Genehmigung erfolgt. „Jetzt können wir endlich loslegen“, freut sich Bürgermeister Christian Litzinger. „Das ist ein wichtiger Schritt für ein Projekt, auf deren Fertigstellung unsere Stadtgesellschaft schon sehr lange wartet.“
Und das soll schnell Gestalt annehmen: Noch während Schadstoffsanierung und Rückbau weiterlaufen, beginnen zeitnah weitere Arbeiten. Konkret geht es um die Erd- und Fundamentarbeiten für den neuen Lastenaufzug, der außerhalb des Gebäudes entsteht. Er soll künftig die Andienung der Bühne erleichtern und den Transport von Veranstaltungstechnik und Inventar zwischen Lager im Keller, Saal und Außenbereich vereinfachen.
Mehr Möglichkeiten für Veranstaltungen
Die Große Halle bleibt im Zuge der Sanierung erhalten. Allerdings sind deutliche Modernisierungen geplant. Dazu gehören unter anderem flexible Trennwände, abtrennbare Konferenzräume oder ein Regiebalkon für Licht- und Tontechnik. Die Gebäudetechnik, der Brandschutz und das Dach werden ebenso wie die Sanitäranlagen grundlegend erneuert. Variable Raumaufteilungen und moderne Veranstaltungstechnik sollen eine flexiblere Nutzung des Gebäudes ermöglichen und damit für eine optimale Auslastung sorgen.
„Wir machen die Stadthalle besser und vielseitiger, aber wir leisten uns keinen Luxus. Deshalb prüfen wir, unter anderem in unserer Baubegleitkommission, in jeder Phase, wo Einsparungen möglich sind, ohne das Sanierungsziel aus den Augen zu verlieren“, betont Bürgermeister Christian Litzinger. Er sagt: „Mit der Sanierung unserer Stadthalle stärken wir Gelnhausen als attraktiven Kulturstandort. Noch wichtiger ist es uns aber, dass unsere Vereine ihre Halle, unsere ‚Gudd Stubb‘, schnellstmöglich wieder nutzen können. Sie leisten mit ihren Aufführungen, Festen, Konzerten und weiteren Veranstaltungen einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Gelnhausen. Dafür sind wir dankbar und dafür treiben wir die Sanierung mit Hochdruck voran.“
Die Wiedereröffnung der Stadthalle ist für Ende 2028 geplant.
Zum Bild: Bürgermeister Christian Litzinger verschafft sich einen Eindruck vom Start der Sanierungsarbeiten in der Gelnhäuser Stadthalle. Foto: Stadt Gelnhausen





