„Entscheidung über Zukunft ist noch offen“

„Entscheidung über Zukunft ist noch offen“

Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt

  • ist es aus Sicht der Stadtverwaltung daher geboten, gründlich zu prüfen, ob es verantwortbar ist, jetzt hohe Summen in den Erhalt einer Einrichtung zu investieren, die aufgrund der demografischen Entwicklung möglicherweise dauerhaft nicht mehr benötigt wird, weil der Bedarf in der gesamten Stadt sinkt.
  • „Eine Entscheidung über die Zukunft der Kita ‚Freche Früchtchen‘ im Stadtteil Hailer ist noch nicht getroffen worden“,reagiert die Gelnhäuser Stadtverwaltung auf Internetbeiträge, in denen von einer beschlossenen Schließung der Einrichtung im Konrad-Schneider-Weg die Rede ist.

Kita „Freche Früchtchen“ in Gelnhausen – „möglicher Wechsel würde sorgfältig vorbereitet / Arbeitsplätze bleiben gesichert“

Gelnhausen (GN/ma). Eine Entscheidung über die Zukunft der Kita ‚Freche Früchtchen‘ im Stadtteil Hailer ist noch nicht getroffen worden“,reagiert die Gelnhäuser Stadtverwaltung auf Internetbeiträge, in denen von einer beschlossenen Schließung der Einrichtung im Konrad-Schneider-Weg die Rede ist. „Richtig ist, dass wir uns intensiv mit den sinkenden Geburtenraten und dem damit einhergehenden abnehmenden Bedarf an Betreuungsplätzen in ganz Gelnhausen auseinandersetzen“, sagt Bürgermeister Christian Litzinger (CDU).

Aus diesem Grund hat die Stadt eine Kommission aus Stadtverordneten- und Magistratsmitgliedern unter Beteiligung der zuständigen Verwaltungsfachkräfte ins Leben gerufen, die am vergangenen Freitag, 14. August, zum ersten Mal getagt hat. Aufgabe der Kommission ist es, mittelfristige Lösungen für die kommenden Jahre zu finden, in denen sich der Betreuungsbedarf Prognosen zufolge in allen Gelnhäuser Kitas, unabhängig von der jeweiligen Trägerschaft, weiter reduzieren wird.

Entscheidung über Kita in Hailer ist noch offen

Im Fall der Kita „Freche Früchtchen“ in Hailer ist es allerdings geboten, sich bereits jetzt Gedanken um die Zukunft zu machen. Denn dabei geht es auch um einen sorgsamen Umgang mit den städtischen Finanzen. Immerhin beträgt das Defizit im „Budget III“ (Kinderbetreuung, Familie und Seniorenarbeit) im städtischen Haushalt mittlerweile gut 10 Millionen Euro pro Jahr. „Eine gute Betreuung hat für uns allerhöchste Priorität, aber wenn sich vertretbares Einsparpotenzial abzeichnet, müssen wir uns auch im Sinne einer verantwortungsvollen Haushaltspolitik damit beschäftigen“, betont Bürgermeister Litzinger.

Wir haben intensiv verschiedene Möglichkeiten geprüft, um die Einrichtung fortzuführen“, sagt der Verwaltungschef. „Dazu gehörten interne Umstrukturierungen und kleinere Gruppen. Diese Schritte haben sich jedoch bislang nicht als ausreichend erwiesen, um adäquat auf den sinkenden Betreuungsbedarf zu reagieren.“ Bereits seit mehreren Monaten sind nicht mehr alle Gruppen in der Kita voll belegt.

Weniger Kinder, hoher Investitionsbedarf

In der Einrichtung, die eines der ältesten Kita-Gebäude der Stadt nutzt, besteht hoher Investitionsbedarf. Bei einer Fortführung wären umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Dazu würde unter anderem der Einbau einer neuen Küche gehören. Auch die Situation mit Hitze im zweistöckigen Gebäude ist problematisch, was weitere hohe Investitionen erfordern würde. Zudem bestehen große Verkehrsprobleme im Umfeld der Einrichtung.

Angesichts des rückläufigen Betreuungsbedarfs …

… ist es aus Sicht der Stadtverwaltung daher geboten, gründlich zu prüfen, ob es verantwortbar ist, jetzt hohe Summen in den Erhalt einer Einrichtung zu investieren, die aufgrund der demografischen Entwicklung möglicherweise dauerhaft nicht mehr benötigt wird, weil der Bedarf in der gesamten Stadt sinkt.

Aktuell ist keine Kita in Gelnhausen auch nur annähernd maximal ausgelastet. Ebenso gibt es keine Wartelisten. Neue Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung weisen aus, dass sich der Bedarf in wenigen Jahren noch deutlich weiter reduzieren wird. Mit einem zuzugsbedingten Anstieg der Bevölkerung in Gelnhausen ist zudem auf absehbare Zeit nicht zu rechnen, da mittelfristig keine größeren Wohngebiete entstehen werden oder geplant sind.

Bei ihren Überlegungen geht es der Stadtverwaltung nicht darum, …

… auf Kosten der Kinder zu sparen. Im Gegenteil: Wenn Plätze und Gruppen dauerhaft nicht benötigt werden, geht durch den Betrieb mehrerer schwach ausgelasteter Standorte Geld verloren, das an anderer Stelle für die Qualität der Kinderbetreuung verwendet werden könnte. „Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Geld, das in die Sanierung eines Standorts fließt, steht für Verbesserungen anderer Kitas nicht mehr zur Verfügung“, sagt Bürgermeister Litzinger. 

Wohnortnahe Betreuung ist gesichert

Für vertretbar hält das Rathaus eine mögliche Schließung der Kita unter anderem vor dem Hintergrund, dass mit den Kitas „Goethes Kinderwelt“, „Drachennest“ und „Wiesenzwerge“ eine vergleichsweise hohe Dichte städtischer Betreuungseinrichtungen im Bereich Hailer und Meerholz besteht. So könnte die Betreuung der Kinder wohnortnah fortgeführt werden. Eine mögliche Schließung der Einrichtung kommt aus Sicht der Stadtverwaltung frühestens zu Beginn des Betreuungsjahrs 2027/2028 in Betracht.

Für alle derzeit in der Kita am Konrad-Schneider-Weg betreuten Kinder ist ein Platz in einer städtischen Einrichtung gesichert. Im Sommer 2027 werden in unmittelbarer Nähe voraussichtlich 20 Plätze durch Einschulungen frei. Das würde ermöglichen, dass alle Kinder als feste Gruppe mit ihren Bezugserzieherinnen gemeinsam die Einrichtung wechseln können.

„Möglicher Wechsel würde sorgfältig vorbereitet / Arbeitsplätze bleiben gesichert“

Sollte der Magistrat eine Schließung der Einrichtung beschließen, wird die Stadt den Übergang schrittweise und während des laufenden Betriebs vorbereiten und den Wechsel so gestalten, dass die Familien möglichst keine zusätzliche Zeit für eine vollständige erneute Eingewöhnung einplanen müssen. „Dafür müssten wir bereits früh die organisatorischen und pädagogischen Grundlagen schaffen. Genau deshalb prüfen wir die Situation bereits jetzt“, erläutert Bürgermeister Christian Litzinger.

Wichtig: Sämtliche pädagogische Fachkräfte der Kita „Freche Früchtchen“ würden im Falle einer Schließung weiterbeschäftigt. „Wir schätzen unser Betreuungspersonal sehr, niemand würde durch die mögliche Schließung seinen Arbeitsplatz verlieren“, betont der Rathauschef.

Eltern sollen frühzeitig eingebunden werden

Die Stadtverwaltung stellt nochmals klar: Eine Entscheidung über die Fortführung der Einrichtung ist noch nicht gefallen. Nach Magistrat, Kita-Leitung und Kita-Kommission werden zeitnah weitere Gruppen in die Gespräche einbezogen. Dazu gehören insbesondere die Familien und die Elternvertretungen. „Wir werden uns diese Entscheidung alles andere als leicht machen, denn wir wissen, was eine vertraute Kindertagesstätte für Kinder und ihre Familien bedeutet. Gleichzeitig müssen wir auf die sinkenden Geburtenraten und den damit verbundenen Rückgang des Betreuungsbedarfs reagieren“, sagt Bürgermeister Christian Litzinger.

Dass die nichtzutreffenden Meldungen über eine bereits beschlossene Schließung an die Öffentlichkeit gelangt sind, kurz bevor die Stadt mit den betroffenen Eltern in Austausch gehen wollte, bedauert das Rathaus ausdrücklich. Die Einladung für einen Gesprächstermin mit dem Gesamtelternbeirat hat die Stadtverwaltung bereits versendet. Dabei geht es darum, das Gremium transparent über den noch offenen Entscheidungsprozess zu informieren.

Zum Bild / Foto: Stadt Gelnhausen