Gesundheitseinrichtungen gemeinsam neu denken 

Gesundheitseinrichtungen gemeinsam neu denken 

Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt

  • Mit genau dieser Frage beschäftigte sich die öffentliche Mitmachaktion des Designinstitut für Gesunde Gestaltung in Kooperation mit dem Netzwerk für Gesundheit Main-Kinzig dem auf dem Blauen Platz in Bad Soden-Salmünster.
  • Wie können Krankenhäuser, Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen so gestaltet werden, dass sich Patientinnen und Patienten besser aufgehoben, sicherer und wohler fühlen und eine Behandlung auf Augenhöhe möglich ist.

Mitmach-Aktion des Netzwerks für Gesundheit und des Designinstituts für Gesunde Gestaltung in Bad Soden-Salmünster.

Bad Soden-Salmünster (NfG/jv). Wie können Krankenhäuser, Arztpraxen und Gesundheitseinrichtungen so gestaltet werden, dass sich Patientinnen und Patienten besser aufgehoben, sicherer und wohler fühlen und eine Behandlung auf Augenhöhe möglich ist? Mit genau dieser Frage beschäftigte sich die öffentliche Mitmachaktion des Designinstitut für Gesunde Gestaltung in Kooperation mit dem Netzwerk für Gesundheit Main-Kinzig dem auf dem Blauen Platz in Bad Soden-Salmünster. 

Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, für kurze Zeit selbst zu Designern zu werden und eigene Ideen, Wünsche und Erfahrungen einzubringen. Ziel des Projekts ist es, Patientinnen und Patienten stärker in die Gestaltung von Gesundheitseinrichtungen, Räumlichkeiten und Abläufen einzubeziehen. 

Begleitet wurde die Aktion von Dr. Jonas Rehn-Groenendijk, …

…Geschäftsführer des Designinstituts für Gesunde Gestaltung und Designforscher, sowie der Humangeographin Anna Wasmer. Gemeinsam kamen sie mit Interessierten ins Gespräch und diskutierten darüber, welchen Einfluss Räume, Atmosphäre und Prozesse auf das persönliche Wohlbefinden haben können. 

Das Projekt wird gefördert vom World Design Capital 2026

Alle zwei Jahre verleiht die World Design Organization den Titel „World Design Capital“ an eine Stadt oder Region. 2026 wird Frankfurt RheinMain internationale Bühne für Design und innovative Zukunftsprojekte. Gemeinsam mit Partnern aus der gesamten Region entstehen zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, die zeigen sollen, welchen Beitrag Design für Gesellschaft, Demokratie und den Alltag leisten kann. Auch die Region Main-Kinzig zählt im erweiterten Verbund dazu. 

Der Aktionstag in Bad Soden-Salmünster knüpfte an mehrere bereits durchgeführte Projektphasen an. Vorausgegangen waren eine Online-Umfrage sowie drei Workshops in unterschiedlichen Gesundheitseinrichtungen. Über große Info-Poster wurden die bisherigen Erkenntnisse vorgestellt und Passanten eingeladen, die entwickelten Ideen weiterzudenken. 

Im Mittelpunkt standen dabei drei interaktive Mitmachstationen

Die erste Station griff ein Projekt aus der Hamm Klinik Bellevue auf. Dort wurde gemeinsam erarbeitet, wie ein Multifunktionsraum gestaltet werden kann, der für unterschiedlichste Zwecke genutzt wird – etwa für Entspannungstherapien, Kreativangebote, externe Besprechungen oder interne Übergaben. Mithilfe eines maßstabsgerechten Modells sowie flexibel platzierbarer Möbel-, Licht- und Gestaltungselementen konnten Besucher eigene Konzepte entwickeln. Themen wie Lichtstimmung, Akustik, Mobiliar oder auch Düfte spielten dabei eine wichtige Rolle. 

Die zweite Station beschäftigte sich …

… mit der Kindernotaufnahme der Main-Kinzig-Kliniken. Im Fokus stand die Frage, wie eine Umgebung gestaltet werden kann, die Ängste und Stress bei Kindern und Eltern abfedert. Der Aufnahmeprozess wurde dabei als „Reise“ gedacht. Auf einer spielerischen „Patient Journey Map“ konnten Teilnehmende verschiedene Abläufe neu ordnen und gestalten. 

Das dritte Projekt widmete sich den unterschiedlichen Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten in einer ländlichen Gemeinschaftspraxis. Anhand verschiedener fiktiver Personas entwickelten die Teilnehmenden Ideen dazu, wie Arztpraxen individueller auf Menschen eingehen können. Diskutiert wurden unter anderem Fragen nach persönlichem Kontakt, digitalen Prozessen sowie geschützten Bereichen für Menschen, die sich in vollen Wartezimmern oder sozialen Situationen eher unwohl fühlen. 

Das Fazit des Aktionstags fiel positiv aus:

Besonders der direkte Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern habe wertvolle Perspektiven eröffnet, erklärt Dr. Jonas Rehn-Groenendijk: „Gesundheitseinrichtungen werden häufig aus organisatorischer oder medizinischer Sicht gedacht. Uns interessiert aber vor allem, wie Menschen diese Orte tatsächlich erleben. Genau dieser Blick auf die tatsächlichen persönlichen Erfahrungen hilft dabei, Räume, Abläufe und digitale Technologien als Einheit zu denken und so menschlicher und bedürfnisorientierter zu gestalten.“ 

Das nächste Beteiligungsformat des Projekts findet am 13. Juni 2026 von 10 bis 17 Uhr im „Raum für Veränderung“, Römerberg 9, in Frankfurt am Main statt. Auch dort sind Interessierte eingeladen, sich mit eigenen Ideen und Erfahrungen einzubringen. 

Das Netzwerk für Gesundheit Main-Kinzig …

… ist ein regionaler Zusammenschluss aus Kliniken, Praxen, Therapieeinrichtungen, Gesundheitsdienstleistern und weiteren Akteuren der Gesundheitsförderung. Ziel des Netzwerks ist es, Gesundheitsthemen sichtbar zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und innovative Projekte für die Region zu entwickeln. Neben Workshops und Informationsveranstaltungen organisiert das Netzwerk unter anderem auch das Gesundheitsfestival in Bad Soden-Salmünster. 

Das Designinstitut für Gesunde Gestaltung erforscht, …

… wie Gestaltung Gesundheit beeinflusst, und entwickelt evidenzbasierte Lösungen für Räume, Produkte und Dienstleistungen, die menschliches Wohlbefinden gezielt fördern. 

Zum Bild, von links: Anna Wasmer (Humangeographin), Dr. Jonas Rehn-Groenendijk (Geschäftsführer des Designinstituts für Gesunde Gestaltung), Cindy Grant (Netzwerk für Gesundheit Main-Kinzig GmbH).