Drei Stunden Schlagerspaß mit den Gästen als vielstimmigem Chor

Drei Stunden Schlagerspaß mit den Gästen als vielstimmigem Chor

Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt

  • Für ein Geburtstagskind im Saal („Ich war in der Apotheke, weil ich es nicht hab lesen können“, wie Bork die entsprechende Notiz kommentiert), für ein Paar, das seine Goldene Hochzeit feierte und dabei ein Lied von Borg spielen ließ.
  • Da hieß es für die Gäste, schnell zu sein in der Pause, um im Foyer Fotos zu machen und Autogramme einzuheimsen, bevor das mehr als dreistündige Programm „Schlager &amp.

Andy Borg, Patrick Lindner und Chris Andrews begeistern in Bad Orb – unveröffentlichtes Lied / Text und Foto: Andrea Euler

Bad Orb (ae). Andy Borg, in Deutschland lebender österreichischer Schlagersänger und Moderator, gilt als souveräner und routinierter Star. Aber er ist weit mehr als das: Als charmanter, eloquenter und zu Späßen aufgelegter Freund seiner Fans präsentierte sich der 65jährige am zurückliegenden Sonntag in der Bad Orber Konzerthalle einem knapp 900köpfigen, hingerissenen Publikum. Seine beiden umjubelten Gäste: Patrick Lindner und Chris Andrews.

Und als Besucherin im Publikum tummelte sich die US-amerikanische Pop- und Schlagersängerin Peggy March mit ihrer Managerin. Da hieß es für die Gäste, schnell zu sein in der Pause, um im Foyer Fotos zu machen und Autogramme einzuheimsen, bevor das mehr als dreistündige Programm „Schlager & Spaß“ fortgesetzt wurde.

Das Konzept der Show:

Angelehnt an die Musikshow „Schlager-Spaß mit Andy Borg“, die für viele einmal im Monat samstags auf dem Terminkalender steht. Die Sendung, vorgeblich aus einer rustikalen Weinstube gesendet, begeistert die Schlagermusikfreunde mit der Kombination aus nationalen und internationalen Schlagerstars und Newcomern. Das feste Titellied „Beim Andy“, das die Fans in Bad Orb vom ersten Takt an mitklatschten und mitsangen, bildete auch am Sonntag den Auftakt. „Do bin i wieda. Servus“, schlenderte Borg die Treppe mitten im Bühnenbild hinunter. „Ist denn tatsächlich jemand da, der letztes Jahr hier war?“ Viel Gelächter aus dem Publikum: Echte Fans, das weiß auch Borg, kommen immer wieder.

Und stehen bei zwölf Grad auf der Brücke zur Konzerthalle trotz fester Platzreservierung schon weit vor Saalöffnung an. Gleichwohl scherzte der Entertainer, der im Mai 2025 vormals in der Kurstadt auf der Bühne stand: „Ihr erholt euch schnell!“

Mehr als 40 Jahre ist der 1960 …

… als Adolf Andreas Meyer in Wien geborene Sänger und Moderator nun im Showgeschäft, seine enge Beziehung zu den Fans ist ihm erhalten geblieben: Da wird im „Schnelldurchlauf“ der Veranstaltungsbeginn noch einmal nachgespielt, um einem verspäteten Gast auch diesen Programmteil nicht vorzuenthalten. Eine Liedliste, um in der „Wunschbox“ mitzubestimmen, wie das Programm sich am Veranstaltungsnachmittag zusammensetzt, gab es am Eingang. Und es gab sehr persönliche Worte: Für ein Geburtstagskind im Saal („Ich war in der Apotheke, weil ich es nicht hab lesen können“, wie Bork die entsprechende Notiz kommentiert), für ein Paar, das seine Goldene Hochzeit feierte und dabei ein Lied von Borg spielen ließ.

Für ein weiteres Paar, das sehr bald Goldene Hochzeit feiern wird. Für all sie gab es zudem die passenden Lieder, seien es „Die berühmten drei Worte“, „Spiel noch einmal für mich, Habano“ oder „Sarah“.

Aber gleich, was auch immer gespielt wurde:

Das Publikum sang begeistert mit, lachte über die Scherze des Entertainers, kicherte über die Nebelmaschine, die „verschiedene Geruchsvarianten“ auswirft – etwa am Freitag Knoblauch-Fisch –, und über die „Mikrofon-Stativ-Plantage“, die Techniker Sven Zimmermann angeblich zu Hause pflegt.

Nach mehr als drei Stunden Programm …

… schlug Borg dem Publikum einen „Deal“ vor: „Ich komme wieder, aber nur, wenn ihr keine fremden Leute hier reinlasst. Ich weiß dann: Ach, das sind die, die singen das alle selber“, wie er unter dem Gelächter der Anwesenden scherzte. Was zum Deal allerdings auch gehört: Dass Borg wieder von Danyel Monegos Team von der wunderBAR Eventgastronomie versorgt wird, die mit Krustenbraten, Klößen, Spätzle und Salat aufwartete (Hinweis: Unbezahlte Werbung). Komplimente für Catering und Gästeschar also, wobei er Letzterer attestierte: „Ich hab nur gesungen, aber ihr habt die Stimmung gemacht.“

Für ihn sei es „das größte Kompliment, wenn Leute hier sitzen, die ohne eine Hilfe eines anderen nicht hier sitzen würden“. Von diesen gab es reichlich, wie mehr als 30 Rollstühle und Rollatoren vor den Türen belegten. Ein Blick in die Halle während der Veranstaltung weckte jedoch einen anderen Eindruck: Lag der Altersdurchschnitt auch bei etwa 75 Jahren: Wer in den Sechzigern das Feiern gelernt hat, der kann das offenbar auch noch im hohen Alter. Im Stehen – wenn auch manchmal mit Hilfe -, mit der Taschenlampenfunktion am Handy statt einem Feuerzeug. Und aus voller Kehle singend.

Nur bei einem Lied nicht:

… Patrick Lindner ließ zwar die Gäste bei „Gefühl ist eine Achterbahn“, „Ich liebe all deine Farben“ und „Genau du“ kräftig mitsingen, hatte jedoch auch eine Überraschung im Gepäck: Er sang das bislang unveröffentlichte Lied „Wenn der Wahnsinn will“, das am 15. Mai erscheinen wird. Erste Fans hat er in Bad Orb auf jeden Fall schon dafür. Viele von ihnen sind schon seit Langem begeistert von Lindner, der ihnen „für 30 Jahre Treue“ dankte, von der Atmosphäre hinter der Bühne („Das ist manchmal wie Klassentreffen“) schwärmte und in Erinnerung an Udo Jürgens „Griechischer Wein“ und zusammen mit Borg „Die kleine Kneipe“ von Peter Alexander intonierte.

Der 65jährige, als Friedrich Günther Raab geboren,

… entzückte mit seinem jungenhaften Charme in gleichem Maße wie der britisch-deutsche Sänger Chris (Christopher Frederick) Andrews mit dem hörbaren englischen Akzent. Der Songschreiber und Sänger, „63 Jahre alt plus Mehrwertsteuer“, wie er selbst scherzte, sorgte für Begeisterungsstürme mit „Yesterday man“, „Al I have to do is dream“, das er gemeinsam mit seiner Frau Alexandra vortrug, und „Pretty belinda“. Seinen Durchbruch hatte er 1965 – und einige im Saal waren seit dieser Zeit Weggefährten seiner Musik.

Andy Borg kommt wieder am 28. April 2027

„Adios Amor“, „Arrivederci Claire“ und „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“ waren die Zugaben, die am frühen Abend das begeistert und mit Stehbeifall gefeierte Programm beendeten. Der nächste Auftritt steht allerdings schon im Kalender: Im kommenden Jahr steht Borg erneut in Bad Orb auf der Bühne. Am 28. April 2027. In wenigen Tagen werden die Tickets verfügbar sein.

Andy Borg, Patrick Lindner und Chris Andrews begeistern in Bad Orb – unveröffentlichtes Lied / Text und Foto: Andrea Euler