495mal – jeden Tag ein Marathon

495mal – jeden Tag ein Marathon

Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt

  • Neben der sportlichen Leistung und dem Ziel, alle deutschen Städte abzulaufen, geht es Joyce Hübner nämlich auch darum, Menschen zu inspirieren, nicht unbedingt dazu, selbst täglich einen Marathon zu laufen, sondern um ihnen zu zeigen, dass persönliche Grenzen verschiebbar sind und jede*r etwas bewegen kann.
  • Er hatte nicht nur bei einem Toilettengang die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt, sondern er begleitet sie auch jeden Tag auf ihrer Reise.

Joyce Hübner setzt ihr außergewöhnliches Laufprojekt fort – Halbzeit im Main-Kinzig-Kreis – Text und Bild: Katja Gordon

Flörsbachtal (kg). Ein Marathon, also 42,195 Kilometer, am Stück zu laufen ist für viele Menschen ein einmaliges Erlebnis im Leben, ein Lebenstraum oder schlicht unvorstellbar. Für Joyce Hübner gehört diese Distanz aktuell zur täglichen Routine. Nach ihrer Deutschlandumrundung im Jahr 2023, bei der sie an 140 Tagen 120 Marathons absolvierte, läuft sie derzeit jeden Tag einen Marathon, um nach und nach alle 2.059 deutschen Städte zu erreichen. Geplant sind insgesamt 495 Marathons an 495 aufeinanderfolgenden Tagen und somit über 21.000 Kilometer. Joyce Hübner hat ihr »Joyce Städtetrip« genanntes Vorhaben bereits im Juni 2025 gestartet und kämpft seitdem jeden Tag gegen Müdigkeit, Wetter und die eigenen Grenzen an.

Am Dienstag, 3. Februar 2026, erreichte Hübner dabei einen besonderen Meilenstein ihres Projekts: Halbzeit. Zufälligerweise fiel dieses Jubiläum auf eine ihrer Etappen durch den Main-Kinzig-Kreis. Kurz hinter Aufenau war es so weit.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist „der Praktikant“, …

… der Lebensgefährte der 37jährigen Extremsportlerin. Er hatte nicht nur bei einem Toilettengang die Idee zu diesem außergewöhnlichen Projekt, sondern er begleitet sie auch jeden Tag auf ihrer Reise. Während Joyce sich zu Fuß durch die ganze Republik bewegt, ist er mit dem Auto unterwegs. Das Fahrzeug ist dabei randvoll, denn das gesamte Hab und Gut, das sie beim Projekt benötigen, befindet sich im Auto. Die Nächte verbringen sie in Hotels, Ferienwohnungen und anderen Unterkünften.

In regelmäßigen Abständen kommt der Praktikant an die Strecke, um sie (und die Mitlaufenden) mit Verpflegung zu versorgen, damit die verbrauchten Kalorien schnellstmöglich ersetzt werden können. »Ich benötige täglich ungefähr 5.000 Kalorien. Besonders während der schweren Schneeetappen, bei denen ich teilweise bis in die frühen Abendstunden unterwegs war, verlor ich an Gewicht. Jetzt versuche ich, die Kalorien, die ich beim Laufen verbrauche, schon während des Marathons mit Gels, Kohlenhydratgetränken und der ein oder anderen Brezel oder Streuselschnecke wieder aufzunehmen«, berichtet Joyce.

Am meisten Probleme bereitet der Berlinerin …

… dabei laut eigener Aussage der Winter. »Damit habe ich gerechnet. Das war auch einer der Hauptgründe, warum ich dieses Mal keinen Pausentag einlege. Ich wollte auf keinen Fall zwei Winter durchlaufen«, so Joyce im Interview. Dass sie für ihr Projekt auch noch einen der härtesten Winter seit 15 Jahren erwischen würde, konnte allerdings niemand vorhersagen.

Nichtsdestotrotz kämpft sie sich bei jedem Wetter weiter, …

… teilweise durch Zentimeter dicken Schnee oder über vereiste Wege und findet dennoch die Energie, ihr Mitläufer*innen zu motivieren, denn von Beginn an war klar, dass jede*r dazu eingeladen ist, sie zu begleiten. Neben der sportlichen Leistung und dem Ziel, alle deutschen Städte abzulaufen, geht es Joyce Hübner nämlich auch darum, Menschen zu inspirieren, nicht unbedingt dazu, selbst täglich einen Marathon zu laufen, sondern um ihnen zu zeigen, dass persönliche Grenzen verschiebbar sind und jede*r etwas bewegen kann.

So brachten sowohl die Deutschlandumrundung als auch »Joyce Städtetrip« bereits zahlreiche »Ersties« hervor: Menschen, die zum ersten Mal überhaupt laufen, ihren ersten halben oder ganzen Marathon absolvieren oder gemeinsam mit Joyce ihre bislang längste Strecke laufen. Durch ihre tägliche Berichterstattung auf Tiktok, Instagram, Facebook und Youtube gelingt es ihr auch, jüngere Menschen für den Laufsport und Bewegung generell zu begeistern.

Katja Gordon: „Wir drücken ihr die Daumen, dass sie auch die zweite Hälfte des Projektes erfolgreich meistert und wie geplant am 8. Oktober 2026 in ihrer Heimatstadt Berlin am Olympischen Platz mit rund 21.000 Kilometern und 200.000 Höhenmetern in den Beinen ins Ziel laufen wird.“