Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt
- „Bürgerbusfahren ist das richtige Ehrenamt, wenn ich etwas Sinnvolles tun möchte, das unmittelbar gebraucht wird, mir Menschenkontakt Freude macht und ich gerne Teil einer Gemeinschaft bin und ich mich im Ort engagieren und Verantwortung übernehmen will.
- Dabei ist Bürgerbusfahren ein Ehrenamt mit Sinn und Wertschätzung – die Fahrer werden in der Regel von den Fahrgästen sehr geschätzt und erhalten oft persönlichen Dank.
SPD Biebergemünd tauschte sich mit Bürgerbusfahrer Heinz Fringes über dessen Motivation für ehrenamtliches Engagement aus.
Biebergemünd (SPD/ml). Der Bürgerbus hat sich in den vergangenen beiden Jahren in Biebergemünd fest etabliert. Insbesondere ältere Mitbürger nutzen ihn gerne, um mobil zu bleiben, für Besorgungen und für Arztbesuche. Die bewilligte Landesförderung, welche die Anschaffung des Busses ermöglichte, geht auf eine Initiative der SPD Biebergemünd aus dem Jahr 2021 zurück, sodass der heutige Bürgerbus-Betrieb den Erfolg einer auf das Gemeinwohl ausgerichteten Kommunalpolitik darstellt.
Der SPD-Vorsitzende Martin Loder unterhielt sich deshalb mit Heinz Fringes, Mitglied im Gemeindevorstand und selbst einer der ehrenamtlichen Bürgerbusfahrer, über dessen Motivation, sich in diesem Bereich zu engagieren. „Ich war einer der Mit-Initiatoren, die den Antrag zur Bewerbung eines Bürgerbusses beantragt haben“, erläutert Heinz Fringes. „Als die Zusage der Landesregierung kam, sah ich mich daher verpflichtet, mich auch selbst als einer der Fahrer ausbilden zu lassen.“
Hierin sieht Fringes einen tieferen Sinn …
… und einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag: Er hilft konkret Menschen, die sonst schlecht mobil wären – Ältere, Jugendliche, Menschen ohne Auto. „Da spürt man: Ich werde gebraucht. Das ist für mich sehr erfüllend.“ Insbesondere in unserer ländlichen Gegend kann man so niederschwellig mithelfen und stärkt damit den Zusammenhalt im Ort. Dabei ist Bürgerbusfahren ein Ehrenamt mit Sinn und Wertschätzung – die Fahrer werden in der Regel von den Fahrgästen sehr geschätzt und erhalten oft persönlichen Dank.
„Du übernimmst Verantwortung und wirst als verlässliche Stütze im Ort wahrgenommen“, findet Heinz Fringes und betont insbesondere die sozialen Kontakte, die so geknüpft werden: „Du kommst mit vielen Menschen ins Gespräch, lernst Nachbarn und Geschichten kennen. Das ist ideal, um Isolation zu vermeiden – gerade auch im Ruhestand.“
Neben diesen sozialen Aspekten …
… leistet der elektrisch betriebene Bürgerbus auch einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz, denn der Betrieb reduziert Einzelautofahrten und schont damit Ressourcen. So unterstützt er einen umweltfreundlichen, lokalen Verkehr. Dabei stärkt er auch den ländlichen Raum, hält Orte lebendig, die sonst vom ÖPNV abgehängt wären. So trägt er direkt zur Attraktivität und Lebensqualität der Region bei.
Daher wirbt Heinz Fringes auch um weitere Fahrer für eine Sicherstellung und einen Ausbau des Betriebes: „Bürgerbusfahren ist das richtige Ehrenamt, wenn ich etwas Sinnvolles tun möchte, das unmittelbar gebraucht wird, mir Menschenkontakt Freude macht und ich gerne Teil einer Gemeinschaft bin und ich mich im Ort engagieren und Verantwortung übernehmen will.“ Notwendige Bedingungen sind dabei, dass man auch die nötige Zeit hat, die man verbindlich, aber flexibel einsetzen kann. Auch muss einem das Ehrenamt wichtiger sein als Geld oder Prestige. Und nicht zuletzt sollte man auch gerne Auto fahren und dabei ruhig, aufmerksam und hilfsbereit sein.
Als Teil eines Teams …
… muss man sich dabei auch an die nötigen Vorgaben und Absprachen halten. „Zuverlässigkeit ist wichtig, denn die Fahrgäste verlassen sich auf mich“, betont Fringes. „Gerade mit älteren oder eingeschränkten Menschen hat man sehr oft zu tun, was Geduld erfordert. Es ist eben kein ‚Event-Ehrenamt‘, sondern eine regelmäßige Verantwortung, die man übernimmt.“ Doch dafür erhält man auch persönlich einiges zurück: das gute Gefühl, gebraucht zu werden, echte Dankbarkeit statt anonymer Anerkennung, Struktur im Alltag und einen festen Sinnanker.
Am Ende fasst Fringes seine Motivation …
… noch einmal zusammen: „Ich habe viele Gespräche, Geschichten und Begegnungen erlebt, die mir sonst entgehen würden. Bürgerbusfahrer zu sein gibt Anerkennung, Sinn, Kontakte und das Bewusstsein, etwas Wichtiges zu tun. Viele von uns sagen rückblickend: ‚Ich bekomme mehr zurück, als ich gebe.‘“

