Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt
- Reddig hatte sich in Interviews für eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ausgesprochen und die Rente mit 70 als „mögliche Lösung“ bezeichnet.
- Lennard Oehl, der als Bundestagsabgeordneter in der vergangenen Wahlperiode das Rentenpaket der damaligen Bundesregierung beraten hatte, hält eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung für unumgänglich.
SPD Main-Kinzig kritisiert CDU-MdB Pascal Reddig nach Renten-Äußerung – „Reform der privaten Altersvorsorge dringend notwendig“
Main-Kinzig (SPD/mz). Die SPD Main-Kinzig reagiert mit deutlicher Kritik auf die jüngsten Vorschläge des CDU-Abgeordneten Pascal Reddig zur Rentenpolitik. Reddig hatte sich in Interviews für eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung ausgesprochen und die Rente mit 70 als „mögliche Lösung“ bezeichnet.
„Wer die Rente mit 70 als mögliches Zukunftsmodell verkauft, ignoriert die Realität vieler Menschen in körperlich und psychisch belastenden Berufen“, kritisiert der SPD-Kreisvorsitzende Andreas Hofmann. „Im Handwerk und in Pflegeberufen können Beschäftigte körperlich nicht so lange arbeiten und müssen hohe Abschläge in Kauf nehmen. Dabei sind es gerade diese Berufsgruppen, die früh ins Berufsleben starten und meist über 45 Beitragsjahre auf dem Buckel haben.“
Lennard Oehl, stellvertretender Vorsitzender der SPD Main-Kinzig, wirft Reddig unnötige Profilierung vor: „In seinen Stellungnahmen zweifelt Reddig die Finanzierbarkeit der Rente an und verweist auf die nominalen Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung. Das ist zutiefst unseriös. Der relative Anteil der Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung ist in der Vergangenheit weitgehend stabil geblieben. Waren es 2022 noch 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), werden es 2027 2,9 Prozent sein. Auch der Anteil der Bundeszuschüsse an den Gesamtausgaben der Rentenversicherung ist seit zwei Jahrzehnten konstant“, erklärte Oehl und verwies auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. (Quelle 1)
Für Irritation sorgten außerdem Reddigs Aussagen zum Rentenniveau, das er in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ infrage stellte. „Der aktuelle Gesetzesentwurf, der das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent sichert, ist mit der CDU im Koalitionsvertrag fest vereinbart. Dies infrage zu stellen, erinnert an das Verhalten der FDP in der Ampel-Regierung, die ihre eigenen Gesetzesentwürfe öffentlich diffamiert hat“, so Hofmann abschließend.
Die SPD Main-Kinzig sieht ebenfalls Reformbedarf in der Rentenpolitik. Lennard Oehl, der als Bundestagsabgeordneter in der vergangenen Wahlperiode das Rentenpaket der damaligen Bundesregierung beraten hatte, hält eine Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung für unumgänglich. „In der Ampel-Koalition hatte man sich mit dem Generationenkapital auf einen Kapitalstock für die gesetzliche Rentenversicherung geeinigt, dessen Kapitalerträge die Rentenversicherung unabhängiger vom demographischen Wandel machen sollten. Es ist fahrlässig, dass sowohl Union als auch SPD diese Pläne nun nicht weiterverfolgen wollen.“ Außerdem sei eine Reform der privaten Altersvorsorge dringend notwendig: „Die Riester-Rente muss um ein einfaches, effizientes Produkt ergänzt werden, das im Vertrieb günstiger ist als die aktuellen Altersvorsorgeprodukte.“
Quellen:
1) https://rentenupdate.drv-bund.de/DE/1_Archiv/Archiv/2023/01_Bundesmittel_und_zuschuesse.html#:~:text=Sinnvoller ist ein Vergleich mit,Prozent im Jahr 2022 gefallen.


