Ab in die Sommerferien – nach dem Zeugnis direkt ins Zeltlager

Ab in die Sommerferien – nach dem Zeugnis direkt ins Zeltlager

Schnell zusammen gefasst – und Dank KI nicht ganz perfekt

  • „Ein gemeinsames Frühstück in der Morgensonne unter grünem Blätterdach ist nicht nur für die Kinder immer wieder ein schönes Erlebnis“, lautete die einhellige Meinung der Betreuerschar.
  • Nachdem die Kinder morgens nochmal die Schulbank drücken durften und ihre Jahreszeugnisse erhielten, startete der Ferienspaß für rund 55 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit dem Zeltlager im schönen Hirschbachtal.

Mit der Dämmerung zogen einige Kinder mit Naturparkführer Rudi Ziegler aus, die Welt der Fledermäuse zu erkunden. Text / Bild: Tobias Schum

Biebergemünd (SDW/ts). Auf diesen befreienden Impuls der Schulkinder setzt die Strategie der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Ortsverband Biebergemünd, in der Ausrichtung ihres Ferienlagers: Nachdem die Kinder morgens nochmal die Schulbank drücken durften und ihre Jahreszeugnisse erhielten, startete der Ferienspaß für rund 55 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren mit dem Zeltlager im schönen Hirschbachtal. Nachdem in den vergangen beiden Jahren das Zeltlager mit einigen Wetterkapriolen startete, war für dieses Jahr perfektes Sommerwetter angekündigt. Leider ein wenig zu perfekt, denn die Trockenheit der vergangenen Tage und Wochen ließ ein elementares Element eines Zeltlagers unter freiem Himmel nicht zu: Das große Lagerfeuer musste dieses Jahr ausbleiben.

Das trübte aber die Vorfreude der Kinder nur bedingt. Nachdem sie ihre Zelte mit ihren Eltern aufgebaut hatten, zogen die Kids los und erkundeten das Lager. Kurz drauf läutete das erste Mal die Lagerglocke und die ganze Kinderschar fand sich in der Lagermitte unter großen Sonnenschirmen ein. Das Lager wurde hierbei durch den zweiten SDW-Vorsitzenden Franz-Josef Reitz offiziell eröffnet und einige grundsätzliche Regeln des Lagers verkündet. Die Kinder hatten ihrerseits die Gelegenheit, einige der anwesenden Betreuer direkt kennenzulernen und Fragen zum Lagerablauf zu stellen. Im Anschluss strömten die Kinder zu den unterschiedlichsten Aktivitäten aus und genossen die Ihnen gegebene Freiheit zum Basteln, Bauen oder einfach nur mal mit ihren, auch neu gefundenen, Freunden zu reden. Nach dem Abendessen fanden sich alle Kinder am nicht vorhandenen Lagerfeuer zu einer kleinen Liederrunde mit Nico Maiberger ein, bevor diese dann nach und nach in ihren Zelten verschwanden um zu schlafen oder dort einfach noch ein wenig zu quasseln.

Nach einer doch recht kühlen Nacht holte die Essensglocke auch die letzten schlafenden Kinder aus ihren Zelten. „Ein gemeinsames Frühstück in der Morgensonne unter grünem Blätterdach ist nicht nur für die Kinder immer wieder ein schönes Erlebnis“, lautete die einhellige Meinung der Betreuerschar. Hierbei ist zu erwähnen, dass das Küchenteam es immer wieder versteht, den Kindern ein gesundes, abwechslungsreiches und ausgewogenes Speisenangebot über die gesamte Dauer des Lagers anzubieten. „Und das alles aus der Hüttenküche ohne Anschluss an das öffentliche Strom- und Wassernetz“, wie Schriftführer Tobias Schum ausdrücklich erwähnte. Inspiriert durch der ihnen gegebenen Freiheiten, zogen die Kinder nach dem Frühstück sehr schnell wieder in die verschiedenen Winkel des Lagers und gingen ihren natürlichen Entdeckertrieben nach. Ergänzend zum reichhaltigen „Naturangebot“ wurde den Kindern ein spannendes Rahmenprogramm angeboten, wo ihre Kreativität gefördert oder verborgene Talente entdeckt wurden.

Diese waren u.a. Klassiker wie:

  • Gestalten der Lagerfahne
  • Bau von Insektenhotel
  • Freundschaftsbänder knüpfen
  • Nagelbilder
  • Schlammrutsche
  • Fußball auf dem Kleinfeld

Aber auch Neuheiten wie:

  • Holzbrandings mit einem Lötkolben
  • Innovative Mückenfallen fürs Zelt

Als Lagerprojekt wurde die Instandsetzung der wohl für Biebergemünd oder auch kreisweit einzigartigen Murmelbahn ausgerufen. Die besagte Murmelbahn besteht weitestgehend aus Totholz und wurde vor vielen Jahren von Frank Lauer am Fuße der Hirschbachhütte in mühevoller Kleinarbeit kreiert. Die morschen Teilstücke wurden erneut weitgehend mit Totholz ausgebessert. Die Hütte steht jetzt wieder mit einer Länge von mehreren Metern den Besuchern der Hirschbach zur Verfügung. Hierbei lernten die Kinder den verantwortungsbewussten Umgang mit den unterschiedlichsten Holzbearbeitungswerkzeugen kennen und respektieren.

Mit der Dämmerung des zweiten Tages zog eine kleine Schar unermüdlicher Kinder zusammen mit Spessart-Naturparkführer Rudi Ziegler aus, die Welt der Fledermäuse zu erkunden und zu erleben. Dabei wurden neben den gesuchten Fledermäusen auch viele andere akustische Signale anderer Waldtiere wie z.B. der Eule oder Uhu entdeckt, welche von Rudi Ziegler eingehend erklärt wurden.

Am Sonntag wurden die Kinder mit sanften Alphornklängen gegen 7:30 in den letzten Lager Tag begrüßt. Im Anschluss an ein wieder sonniges Frühstück standen dann die vorgezogenen „Bewerbungsgespräche“ der altersbedingt ausscheidenden Kinder an, welche im nächsten Jahr als Jungbetreuer die lange Tradition des Zeltlagers aktiv mitgestalten wollen. Dabei haben fünf mutige Kinder vor der Lagerschar eindrucksvoll vorgetragen, warum sie als Betreuer weitermachen wollen. Alle fünf Bewerber wurden nach ihren Vorträgen durch die anwesenden Vorstandsmitglieder als Jungbetreuer 2026 herzlich aufgenommen.

Nach der „Zeremonie“ wurde die Lagerglocke ein vorletztes Mal geläutet. Es ging nun im offen Wagen mit dem Traktor auf große Fahrt durch die Wälder zur „Gree Boong´k“ und weiter ins Feuchtbiotop „Esche Kar“ bevor die Kinder bei Rieger´s ein leckeres Eis genießen durften. Nach der Rückkehr ins Lager fand nach einem kleinen Snack vom Kohle-Grill die Rückmelderunde statt. Neben etlichen Beschwerden über die anwesenden Steckmücken wurden viele positive Rückmeldungen der Kinder vernommen. Dies bestärkt uns vieles richtig gemacht zu haben. Auf die Frage: „Kommt ihr nächstes Jahr wieder?“ wurde im Kanon lautstark mit einem eindeutigen „JA“ geantwortet. Und dieser Aufforderung kommen wir im nächsten Jahr gerne wieder nach und nehmen die Herausforderung an. Kurz darauf konnten die Kinder glücklich aber auch erschöpft ihre Eltern in die Arme nehmen und gehen hoffentlich mit guten Erinnerungen und neuen Freundschaften in die langen Ferien.